IMHO - in my humble opinion -
Mein Blog zum Thema Privatsphäre, Internet und Humor.

++ Blocher zum Thema Bundesbrief ++
 

Am 1. August 2006 habe ich in Oberwald VS die Rede von Bundesrat Blocher gehört und ich habe mich sehr darüber gefreut, dass der Bundesratsbesuch (dank dem Frauenverein Oberwald sowie weiteren Ortsvereinen und Institutionen) in einem sehr würdigen Rahmen stattgefunden hat und dass Bundesrat Blocher den Anlass auch nicht übermässig für politische Propaganda ausgenützt hat.

Etwas nachdenklich gestimmt hat mich aber der ausführliche Kommentar zum Bundesbrief und wie fahrlässig es gewesen sei, diesen leihweise ins Ausland zu geben. Vor allem die an den Haaren herbeigezogene Argumentation, dass ein Verlust dieses wichtigen Dokumentes zur Folge haben könnte, dass die Schweiz plötzlich wieder habsburgisch und damit per sofort EU-Mitglied werden könnte, hat mich aus dem Munde eines Doktors der Jurisprudenz (wenn auch halb scherzend) schon ein wenig verwundert. Als ich nämlich vor und nach dem 1. August durch die Willensnation Schweiz, insbesondere durch die Kantone Wallis, Tessin, Bern und die Innerschweiz gefahren bin, hingen überall Schweizerfahnen und ich denke nicht, dass das Bekenntnis zu unserem Land ein anderes wäre, wenn der Bundesbrief nicht mehr existierte.

Ich kann das sogar beweisen: viele Einwohner haben den Bundesbrief noch nie in ihrem Leben gesehen und diese Vermutung gilt seit dem 1. August auch für den Justizminister Blocher, denn seine Beschreibung „Am Anfang der Eidgenossenschaft steht also dieses Pergamentpapier […] 20 cm breit und 32 cm hoch…“ (auch nachzulesen in seiner Rede auf der EJPD-Homepage) zeigt, dass ihm der Bundesbrief fremd ist. Die Masse mögen zutreffen, aber jeder, der den Bundesbrief einmal aus der Nähe gesehen hat, weiss, dass dieses grundlegende Dokument unseres Bundesstaates nicht im Hochformat sondern im Querformat erstellt worden ist.

Der nächste Departementsausflug des EJPD oder noch besser: ihr nächster Familienausflug, lieber Leser, liebe Leserin, sollte vielleicht einmal nach Schwyz ins Bundesbriefmuseum gehen. Denn wenn das Dokument so wichtig ist, wie es – speziell während der „Philadelphia“-Diskussion - dargestellt worden ist, dann sollte man die Gelegenheit auch nutzen und dieses historische Dokument einmal anschauen gehen. Dies empfehle ich (Danke Herr Blocher für diese Pointe) sowohl der im Jahre 1815 dem Wallis beigetretenen „Üsserschwyz“, als auch den Walliserinnen und Wallisern.

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posted by Kaspar on www.imho.ch | direkter Link: Freitag, August 04, 2006 top
        
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