IMHO - in my humble opinion -
Mein Blog zum Thema Privatsphäre, Internet und Humor.

++ FERIEN in der Schweiz Part IV ++
 

Grandhotel GiessbachGrandhotel Giessbach - ganz kurz
Das Grandhotel Giessbach hat die Erwartungen an ein Grandhotel nicht ganz erfuellt. Die Reception ist sehr aufmerksam, was man vom Personal im Hotelrestaurant leider nicht immer erwarten kann. Dafuer sind alle immer freundlich. Die Gegend ist super, macht einmal einen Ausflug dorthin! Anscheinend hat es im Sommer auch viele Hochzeitsgesellschaften, die das wirklich sehr spezielle und ehrwuerdige Hotel als Kulisse fuer das Fest nehmen.

Fruestueck im Grandhotel - mein Eindruck
Bis jetzt habe ich es aber noch nie erlebt, dass in einem Hotel JEDEN Morgen die Schilder bei den Konfitueren kreuzfalsch hingestellt sind. Ein Loeffel in den Krug getaucht, im Halbdunkel die Konfituere begutachtet: Halt - das sieht gar nicht nach Erdbeere aus, das ist bestimmt Kirsche ... dasselbe bei den anderen fuenf Konfitueren. Unmoeglich. Aber nicht so schlimm, wenn man nicht heikel ist kann man sich einfach ueberraschen lassen - natuerlich unter der Voraussetzung, dass man auch die gruene-Tomaten-Konfituere mag(!). Natuerlich ein Detail, aber leider am letzten Wochenende ein typisches.

Beim Morgenessen kann es passieren, dass man die Bedienung fragt, wo man denn sitzen koenne und die Antwort erhaelt, man koenne frei waehlen wo. Wenn man das dann macht und bei einer anderen Bedienung einen Kaffee oder eine Schokolade bestellt und anschliessend nach dem Gedeck fragt, dann heisst es auf einmal: "Sind Sie Hotelgast? Das muessen Sie im voraus sagen, jetzt habe ich sie in der Kasse schon anders gebucht ..." - klar war das Umbuchen dann unproblematisch, aber als Gast interessiert es mich eigentlich gar nicht, wie was wo gebucht ist: ich will einfach mein Fruestueck. Punkt. Und am Samstag zum Morgenessen die kleinen Zoepfchen nochmals zu servieren, die es am Vorabend zu Suppe und Salat gab: naja. Zopf wird schnell "knusprig".

Ebenso kann es ohne weiteres passieren, dass das Personal ganz hilfsbereit den Teller und das Besteck abraeumt, aber kein neues Besteck mehr bringt .... ein kurzer Griff in die Besteckschublade hat das Problem dann geloest. Auch das ein Detail.

Das Nachtessen mit Salzwasserfisch
Ein Nachtessen mit Blick auf die Giessbachfaelle ist sehr empehlenswert, noch besser ist ein Tisch mit Blick auf den Brienzersee (aufgrund der mit einem Wasserfall ganz natuerlich einhergehenden Lautstaerke ...). Aber habt ihr schon mal Auge in Auge mit einem soo imposanten Wasserfall ein feines mehrgaengiges Menue gegessen? (Fazit: Fisch etwas zu stark gesalzen, sonst war das Essen gut und auch schoen praesentiert).

Gesamteindruck - gut, aber ein wenig durchzogen
Das Hotel ist klassisch, schlicht - aber sehr passend und schoen gemuetlich eingerichtet. Die Betten sind sehr sehr hart, fuer zwei Naechte habe ich es ohne Probleme ueberstanden, aber viel laenger moechte ich dort nicht uebernachten.

Der Barkeeper war uebrigens sehr zuvorkommend, er hat mich aus eigenem Antrieb zum Lift begleitet und die richtigen Knoepfe gedrueckt, als ich ihn ueber mein Vorhaben informierte, eine Pina Colada und einen Cappucchino aufs Zimmer zu nehmen.

Gefallen hat mir auch das Modell einer Stadt, das im dritten Stock steht - eine Studie wie man mit moeglist wenig Kulturlandverlust eine Zivilisation aufbauen koennte. Das Modell hat auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt.

Die Erlebnisse haette ich gerne mit dem Hotel geteilt, aber die sonst ueblichen Kaertchen mit den freiwilligen Zufriedenheitsfragen an die Gaeste waren nirgendwo auffindbar. Wahrscheinlich gibts keine.

Versteht mich bitte richtig, das Hotel ist toll und man kann eine gute Zeit dort verbringen, aber ich ging eben fuer ein Wochenende in der Meinung, es handle sich um ein Grandhotel und nicht um ein ** oder ***-Hotel. Man koennte mit der Beachtung von kleinen Dingen einfach viel mehr daraus machen, wenn man wollte. Eigentlich Schade.

Ob ich wieder dort naechtigen wuerde? Das mit den Betten ist schon ein wenig stark, wahrscheinlich gaebe das der Entscheidung den Ausschlag. Nach den guten Erfahrungen, die wir vor einem Jahr in einem Gasthof in der Umgebung gemacht haben wuerde ich wahrscheinlich eher im Landgasthof Alpenrose in Brienz naechtigen.

Das Grandhotel ist eine Uebernachtung wert und der Preis stimmt auch - ich kann es jedem empfehlen sich selber ein Bild zu machen.

Ach ja: Wir hatten Zimmer/Fruehstueck gebucht (weil wir am zweiten Abend an den Tellspielen waren) und am ersten Abend haben wir das Nachtessen im Hotelrestaurant via Rezeption gebucht - so ganz unerwartet war es dann nicht, dass auf der Rechnung anstelle 2x Zimmer/Fruehstueck + 1x Halbpensionszuschlag dann die Halbpension gerade durchgezogen wurde. Haetten wir die Rechnung nicht kontrolliert, dann haetten wir Fr. 8 pro Abend gespart, aber ca. 80 draufgelegt.

Tipps an die Hoteldirektion
Ab und zu einen Rundgang durchs Hotel machen und auf die Details achten. Die Gaeste um ihre Meinung bitten. Mit einem Topp-Service koennte der einstige Glanz des Hotels wieder erweckt werden. Natuerlich ist Profit nicht alles, aber es gibt ja auch noch andere Entwicklungsmoeglichkeiten: man koennte aus dem Hotel auch ein Gout-Mieux-Restaurant machen, das den hohen Anforderungen an Natur und Nachhaltigkeit gerecht wird. Schliesslich wurde das Hotel von der Fondation Franz Weber gerettet und gehoert - nach meinen Informationen - mindestens teilweise einer befreundeten Stiftung.

Rueckblick auf das Wochenende
Die Gegend ist atemberaubend schoen, dazu hatten wir noch Glueck mit dem Wetter - einfach wunderbar.
Unter dem Strich hat sich der Ausflug wirklich gelohnt, wir waren rundum zufrieden. Die Tellspiele, der Ballenberg, das Nachtessen in Iseltwald, der Schiffsausflug auf dem Brienzersee ("choemid yche, hoecklit zuche u loet euich la verwoehne" stand auf der Speisekarte auf dem Schiff).

Und noch etwas, denn ihr fragt euch sicher wo das jetzt genau war mit dem Tod von Sherlock Homes: Nein, es waren nicht die Giessbachfaelle sondern die Reichenbachfaelle.

posted by Kaspar on www.imho.ch | direkter Link: Montag, Juli 28, 2003 top
        
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